Treibgut

Makellose Morde to go

Schlürfend lecken Gischtzungen den Strand, auf dem geheimnisvolle Türme sich in der rasch abziehenden Dämmerung in grün-weiße Liegestuhlstapel verwandeln. Als würde jemand einen Vorhang aufziehen und die Farben zurückkippen. Sophie bohrt ihre Zehen in den Burgbausand. Sie darf nicht allein an den Strand, aber noch schlummern ihre Eltern in ungestörter Zweisamkeit hinter der massiven Mauer, die die Clubanlage umschließt.

Eine Welle schnappt nach ihren Hosenbeinen. Sie muss daran denken, sich umzuziehen, bevor sie ihre Eltern zum Frühstück abholt. Kitzelnd läuft das Wasser über ihre Füße zurück, hinterlässt Steine und Muscheln wie auf einem Tablett. Sophie wandert in Richtung Surfbude, in der bunte Segel über Nacht wie Fledermäuse an der Decke hängen.

Plötzlich stoppt sie. Sie ist nicht allein. Was macht Jarmel dort? Auf allen Vieren kriecht er den Strand hinauf. Es sieht aus, als käme er direkt aus dem Meer. Aber in Jeans und T-Shirt? Ob er auch nach Schätzen sucht? Sophie läuft ihm entgegen. Nein, das ist nicht Jarmel. Der Mann hat die Bretterbude erreicht, lässt sich fallen, wälzt sich auf den Rücken, bleibt reglos liegen. Wie Mama nach ihrem Triathlon. Sophie kniet sich neben ihn, zupft an seinem Ärmel. Kein Neopren  …weiterlesen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s